Minijob in der Gastronomie 2026: Grenze, Stunden & Midijob

Aushilfen sind das Rückgrat vieler Betriebe — und die Minijob-Grenze ist der Punkt, an dem es teuer werden kann. Was 2026 gilt, wie viele Stunden drin sind und wann aus dem Minijob ein Midijob wird.

Von Patrick, Gründer von Takt Stand: 24. Juli 2026 6 Min. Lesezeit

Kaum ein Gastro-Betrieb kommt ohne Minijobber aus: Aushilfen am Wochenende, Studierende in der Stoßzeit, Springer für den Ausfall. Damit daraus keine Nachzahlung wird, lohnt ein klarer Blick auf die Regeln — die sich seit 2025 jedes Jahr mit dem Mindestlohn verschieben.

Die Minijob-Grenze 2026

2026 liegt die Verdienstgrenze bei 603 € im Monat. Sie ist nicht mehr fix, sondern dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt: Die Formel ist Mindestlohn × 130 ÷ 3, auf volle Euro aufgerundet. Bei einem Mindestlohn von 13,90 € ergibt das die 603 €. Über das Jahr sind damit maximal 7.236 € möglich.

Wie viele Stunden sind das?

Die Stundenzahl hängt am Stundenlohn. Beim gesetzlichen Mindestlohn gilt grob:

StundenlohnStunden bis zur Grenze (Monat)≈ pro Woche
13,90 € (Mindestlohn)ca. 43 Std.ca. 10 Std.
15,00 €ca. 40 Std.ca. 9 Std.
18,00 €ca. 33 Std.ca. 8 Std.

Wichtig: Wer mehr als den Mindestlohn zahlt, hat weniger Stunden bis zur Grenze — nicht mehr. Der bessere Lohn ist schneller „aufgebraucht“.

Was passiert beim Überschreiten

Ein gelegentliches, nicht vorhersehbares Überschreiten ist erlaubt — etwa, wenn jemand kurzfristig für eine erkrankte Kollegin einspringt. Zulässig ist das in bis zu zwei Kalendermonaten im Jahr, und auch dann höchstens bis zur doppelten Monatsgrenze.

Wird die Grenze dagegen regelmäßig oder planbar überschritten, ist es kein Minijob mehr. Dann wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig — und rückwirkend teuer, wenn es erst bei einer Prüfung auffällt.

Ab wann es ein Midijob wird

Direkt über der Minijob-Grenze beginnt der Übergangsbereich (Midijob): von 603,01 € bis 2.000 € im Monat. Hier zahlt die oder der Beschäftigte reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, die mit steigendem Verdienst gleitend bis zum vollen Satz ansteigen — der volle Versicherungsschutz besteht trotzdem. Für Betriebe ist der Midijob die saubere Lösung, wenn eine Aushilfe dauerhaft mehr arbeiten soll.

Was der Betrieb zahlt

Beim Minijob rechnet der Betrieb über die Minijob-Zentrale ab und führt pauschale Abgaben ab (u. a. pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie eine mögliche Pauschsteuer). Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, können sich davon aber auf Antrag befreien lassen. Die genauen Sätze rechnet deine Lohnabrechnung bzw. Kanzlei — wichtig ist, dass die Stunden und der Verdienst sauber dokumentiert sind.

Alternative: kurzfristige Beschäftigung

Für Saison und Events gibt es neben dem Minijob die kurzfristige Beschäftigung: begrenzt auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, ohne Verdienstgrenze, aber nur, wenn sie nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Für das Weihnachtsgeschäft oder ein Festival kann das die passendere Form sein als ein Minijob, der sofort über die Grenze läuft.

So behältst du die Grenze im Griff

Das Problem ist selten die Regel, sondern der Überblick: Bei zehn Aushilfen mit schwankenden Schichten weiß am Monatsende niemand auswendig, wer wo steht. Was hilft:

  • Stundenkonten mitführen, statt am Monatsende zu rechnen.
  • Früh warnen, bevor jemand über die Grenze läuft — nicht erst danach.
  • Zuschläge sauber trennen, weil steuerfreie § 3b-Zuschläge nicht zur Grenze zählen.

Genau dafür führt Takt die Stundenkonten automatisch mit und hält die Minijob-Grenze im Blick — geplante wie erfasste Stunden fließen in die Lohn-Vorbereitung, damit am Monatsende keine Überraschung steht.

Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand zum genannten Datum nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung deines konkreten Einzelfalls wende dich bitte an deine Steuerkanzlei oder eine Fachanwältin bzw. einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Häufige Fragen

Weiterlesen

Arbeitszeit sauber dokumentieren — ohne Zettel

Takt erfasst Beginn, Ende und Dauer automatisch, führt die Stundenkonten mit und archiviert die Nachweise.

14 Tage kostenlos · keine Kreditkarte · Monatsabo jederzeit kündbar