Stundenlohn in der Gastronomie 2026: Was verdient man wirklich?

Der Mindestlohn ist nur der Startpunkt. Was Service, Küche und Bar tatsächlich pro Stunde verdienen — und warum der effektive Stundenlohn mit Zuschlägen und Trinkgeld deutlich höher liegt.

Von Patrick, Gründer von Takt Stand: 25. Juli 2026 6 Min. Lesezeit

„Was verdient man eigentlich in der Gastro?“ — die Frage stellen Bewerberinnen und Bewerber genauso wie Betriebe, die attraktiv, aber kalkulierbar zahlen wollen. Die ehrliche Antwort: Der Grundlohn ist nur ein Teil. Wer die Zuschläge und das Trinkgeld mitrechnet, kommt auf einen deutlich höheren effektiven Stundenlohn.

Der Mindestlohn 2026

2026 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde — für alle Beschäftigungsformen, also auch für Minijobber, Aushilfen, Werkstudenten und kurzfristig Beschäftigte. Einen eigenen, niedrigeren Branchen-Mindestlohn gibt es in der Gastronomie nicht. Alles darunter ist unzulässig; regionale Tarifverträge liegen oft darüber.

Typische Stundenlöhne nach Rolle

Die folgenden Spannen sind grobe Orientierungswerte für 2026 — die tatsächliche Höhe hängt stark von Region, Betriebsgröße, Erfahrung und Verhandlung ab:

Rolletypische Spanne (Grundlohn/Std.)
Küchenhilfe / Spülkraftca. 13,90 – 15 €
Servicekraftca. 13,90 – 16 €
Barkeeper/inca. 14 – 17 €
Koch / Köchinca. 15 – 21 €
Schicht- / Restaurantleitungca. 18 – 25 €

Orientierungswerte, keine garantierten Löhne — regionale und betriebliche Unterschiede sind groß.

Der effektive Stundenlohn: Zuschläge & Trinkgeld

In der Gastronomie wird gearbeitet, wenn andere frei haben — und das schlägt sich im Lohn nieder. Auf den Grundlohn kommen steuerfreie Zuschläge nach §3b EStG:

  • Nachtarbeit 20–6 Uhr: 25 % (0–4 Uhr sogar 40 %)
  • Sonntagsarbeit: 50 %
  • Feiertagsarbeit: 125 %

Ein Beispiel: Bei 15 € Grundlohn bringt eine Sonntagsstunde 15 € + 7,50 € steuerfrei = 22,50 € effektiv. Dazu kommt bei vielen Rollen steuerfreies Trinkgeld. Der tatsächliche Netto-Stundenlohn liegt damit oft deutlich über dem, was auf dem Papier als Grundlohn steht. Wie viel genau, zeigt der Zuschlagsrechner.

Tariflohn und regionale Unterschiede

In vielen Bundesländern gibt es DEHOGA-Tarifverträge mit eigenen Lohngruppen — je nach Region und Tarifbindung teils deutlich über dem Mindestlohn. Ob ein Tarif gilt, hängt von Bundesland und Tarifbindung des Betriebs ab. Grundsätzlich gilt: Großstadt und tarifgebundene Häuser zahlen tendenziell mehr als ländliche Kleinbetriebe.

Für Betriebe: attraktiv und kalkulierbar zahlen

Für Betriebe ist der Lohn ein Recruiting-Hebel — und zugleich der größte Kostenblock. Wer die Zuschläge aktiv einsetzt und transparent macht, wirkt attraktiver, ohne den Grundlohn überall anheben zu müssen. Wichtig ist die saubere Abrechnung: Takt rechnet die §3b-Zuschläge taggenau aus den erfassten Zeiten und zeigt schon beim Planen die Kosten — so bleibt der attraktive Lohn kalkulierbar.

Dieser Beitrag gibt den Rechtsstand zum genannten Datum nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Beurteilung deines konkreten Einzelfalls wende dich bitte an deine Steuerkanzlei oder eine Fachanwältin bzw. einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

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