„Was verdient man eigentlich in der Gastro?“ — die Frage stellen Bewerberinnen und Bewerber genauso wie Betriebe, die attraktiv, aber kalkulierbar zahlen wollen. Die ehrliche Antwort: Der Grundlohn ist nur ein Teil. Wer die Zuschläge und das Trinkgeld mitrechnet, kommt auf einen deutlich höheren effektiven Stundenlohn.
Der Mindestlohn 2026
2026 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde — für alle Beschäftigungsformen, also auch für Minijobber, Aushilfen, Werkstudenten und kurzfristig Beschäftigte. Einen eigenen, niedrigeren Branchen-Mindestlohn gibt es in der Gastronomie nicht. Alles darunter ist unzulässig; regionale Tarifverträge liegen oft darüber.
Typische Stundenlöhne nach Rolle
Die folgenden Spannen sind grobe Orientierungswerte für 2026 — die tatsächliche Höhe hängt stark von Region, Betriebsgröße, Erfahrung und Verhandlung ab:
| Rolle | typische Spanne (Grundlohn/Std.) |
|---|---|
| Küchenhilfe / Spülkraft | ca. 13,90 – 15 € |
| Servicekraft | ca. 13,90 – 16 € |
| Barkeeper/in | ca. 14 – 17 € |
| Koch / Köchin | ca. 15 – 21 € |
| Schicht- / Restaurantleitung | ca. 18 – 25 € |
Orientierungswerte, keine garantierten Löhne — regionale und betriebliche Unterschiede sind groß.
Der effektive Stundenlohn: Zuschläge & Trinkgeld
In der Gastronomie wird gearbeitet, wenn andere frei haben — und das schlägt sich im Lohn nieder. Auf den Grundlohn kommen steuerfreie Zuschläge nach §3b EStG:
- Nachtarbeit 20–6 Uhr: 25 % (0–4 Uhr sogar 40 %)
- Sonntagsarbeit: 50 %
- Feiertagsarbeit: 125 %
Ein Beispiel: Bei 15 € Grundlohn bringt eine Sonntagsstunde 15 € + 7,50 € steuerfrei = 22,50 € effektiv. Dazu kommt bei vielen Rollen steuerfreies Trinkgeld. Der tatsächliche Netto-Stundenlohn liegt damit oft deutlich über dem, was auf dem Papier als Grundlohn steht. Wie viel genau, zeigt der Zuschlagsrechner.
Tariflohn und regionale Unterschiede
In vielen Bundesländern gibt es DEHOGA-Tarifverträge mit eigenen Lohngruppen — je nach Region und Tarifbindung teils deutlich über dem Mindestlohn. Ob ein Tarif gilt, hängt von Bundesland und Tarifbindung des Betriebs ab. Grundsätzlich gilt: Großstadt und tarifgebundene Häuser zahlen tendenziell mehr als ländliche Kleinbetriebe.
Für Betriebe: attraktiv und kalkulierbar zahlen
Für Betriebe ist der Lohn ein Recruiting-Hebel — und zugleich der größte Kostenblock. Wer die Zuschläge aktiv einsetzt und transparent macht, wirkt attraktiver, ohne den Grundlohn überall anheben zu müssen. Wichtig ist die saubere Abrechnung: Takt rechnet die §3b-Zuschläge taggenau aus den erfassten Zeiten und zeigt schon beim Planen die Kosten — so bleibt der attraktive Lohn kalkulierbar.